Grundlegende ::
Geschichte
 

Es scheint, daß die Bedeutung von Cura (= oberer Teil des Berges) im 13. Jahrhundert beginnt, unmittelbar nach der Eroberung der Insel durch König Jaime I.

Der Name dieses mallorquinischen Ortes verbindet verschiedene geschichtliche Ereignisse, die man wie folgt erklären kann:

a)Lloc de las ermites (Ort der Einsiedler). Im 14. und 15. Jahrhundert war das Einsiedlerleben in ganz Europa verbreitet. Mallorca machte diesen Trend religiösen Lebens mit. So wurde der Berg Randa zu einem idealen Ort christlicher Weltanschauung. Die drei heute noch vorhandenen Klöster des Berges, Nuestra Señora de Cura, San Honorato und Nuestra Señora de Gracia, kamen durch dieses Einsiedlerdasein zustande.

Das Buch 'Vita Coetanea' erzählt, daß sich Ramon Llull etwa 10 Jahre nach seiner Bekehrung auf einen Berg zurückzog, nachdem er dort einmal 8 Tage verbracht und seine berühmte Erleuchtung hatte. Nachdem er sein o.a. Buch in der 'Abtei de la Real' fertiggestellt hatte, kehrte er zum Berg zurück, wo er sich ein Einsiedlerhaus bauen ließ. Er verblieb hier dann 4 Monate.

Spätere Ereignisse bezeugen, daß der Berg, auf den sich Ramon Llull zurückgezogen hatte, die Spitze des Cura-Berges war.

Im Jahre 1394 bestätigt der Bischof Mallorcas, Luis de Prades, daß in dieser Einsamkeit schon seit über 30 Jahren einige Einsiedler leben. Auf der Spitze des Berges kann man heute noch schmale, lange Löcher erkennen. Ihre Länge beträgt nicht mehr als ca. 2 Meter, dies waren Schlafstellen. Man konnte bis zu 11 solche Stellen im westlichen, sowie etwa 15 solche im östlichen Teil des Berges zählen, obwohl die im östlichen Teil zu einem Drittel angezweifelt werden.

b)Didaktischer Einsiedler-Geist: Geschichtlich erkundbar, erscheint im Jahre 1450 als Meister Catany auf dem Pulg de Cura (Berg Cura). Drei Jahre später schon wird der bekannte katalanische Llullist Pere Joan Llobet als Meister des Berges ernannt. Er hatte von König Alfonso V am 26.

Januar 1449 das königliche Privileg erhalten, die Llullanische Wissenschaft nach Mallorca zu bringen. Er wohnte dort bis kurz vor seinem Tode am 11. Mai 1460. Sein Ruhm war so groß, daß ihn Leute aus Spanien, Italien und Frankreich aufsuchten.

Das Testament des Joan de Tagemanent vom 7. März 1468 unterstützt ein Projekt zum Bau eines Minoritenklosters und eines Armenkrankenhauses auf der Spitze des Berges; dieses Vorhaben wurde jedoch nie ausgeführt.

Mit finanzieller Hilfe der Edelfrau Beatriz de Pinos aus Barcelona konnte der Eremit Fr. Mario de Passa aus Venedig die alten Mauern so restaurieren, daß junge Leute dort ständig wohnen und studieren konnten.

Zu derzeit gab es nur 13 Schüler, einen Meister sowie 2 Dienstboten und einen Priester. Letzterer feierte jeden Tag eine Messe sowie das Stundengebet, daß Ramon Llull im Namen Gottes und der Jungfrau bestimmt hatte. Dies alles geschah um das Jahr 1478.

Am 18. Januar 1479 erreicht der Eremit vom General-Stellvertreter des Königreiches u.a. die Vollmacht, in den Gebäuden die Waffen von Aragon unterzubringen, als Zeichen dafür, daß man hier unter königlichem Schutze steht.

Nachfolger von Fr. Mario de Passa war Pedro Dagui.

Von Cura nach Palma. Seit es in der Stadt Palma einen Lehrstuhl und eine königliche Literatur-Universität gab, in die die Güter bzw. das Vermögen aus der Pinos-Stiftung (siehe b) hineinflossen, hörte Ende des 15. Jahrhunderts der Unterricht in den Ilullistischen Wissenschaften an der Schule von Cura auf.

Grammatikschule: Nachdem Teile der früheren Ilullistischen Schule wieder aufgebaut worden waren, entstand im alten Gebäude eine Grammatikschule. Abhängig war die Schule vom Rektor sowie den Ratspersonen der Llullistischen Schule im Allgemeinstudium in der Stadt Palma.
In dieser Zeit begann man auch das Fest der Früchte zu feiern; soweit wir wissen, zum ersten Mal im Jahr 1522.

Die Renovierungsarbeiten der baufälligen Kapelle begannen im Jahre 1544.
Am 4. Mai 1553 beschließen die Richter des Königreiches die Erweiterung des Lehrstuhls, um so ein Allgemeinstudium zu gründen. Grammatik, Griechisch und Rhetorik sollten unterrichtet werden.
Bereits 1566 gab es rund 100 Schüler. Für sie wurde die wunderschöne Grammatikaula erbaut.

Zweiundzwanzig Jahre später, 1588, gab es immerhin schon zwischen 150 und 160 Schüler.

Auch ist bekannt, daß im Jahre 1623 der Kanoniker Bartolome Llull 40 Pfund für die Restaurierung der Kapelle und der Aula bekam. Nach vielen erfolgreichen Jahren mußte die Schule 1826 ihre Existenz aufgeben.

Mitte des 19. Jahrhunderts war der ganze Ort Opfer der Verwahrlosung.

In den Jahren 1862 - 1870 stand die Schule unter der Verantwortung eines Kustos im Auftrage des Rathauses von Palma. In der gleichen Zeit zogen einige Tertiarier von San Franzisko de Paula ein, sie wurden jedoch im Jahre 1870 gezwungen, das Kloster zu verlassen. In der Zeit danach kehrten immer wieder Brüder zurück.

Am 24. August 1913 wurde den franziskaner Tertiaren offiziell die Benutzung des Wallfahrtsortes von der Diözese zugesprochen. Am 25. August ziehen 2 Brüder ein, um dort im Namen ihrer Religion und ihrer Brüderschaft zu leben. Beide waren 1893 in Llucmayor geboren. Von diesem Zeitpunkt an verbreiten die Brüder, sowie sie es vor der Diözese von Mallorca versprochen hatten, den Kult um die Jungfrau von Cura sowie die Lehre von Ramon Llull.


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